Die Pfarre Mühlbach

1072 entstand in Mühlbach bereits eine Pfarre, sicherlich abgezweigt von der Mutterpfarre Sigismaresweride (Altenwörth). Mühlbach ist somit eine der ältesten Pfarren in Niederösterreich. Die Göttweiger Salbücher von 1072 beschreiben die Grenzen der Pfarre so: Sie beginnt bei der im 17. Jhdt. bereits abgebrochenen Brücke über der „Scheinzbach" und umfaßte den Ort Straß (damals noch im Straßertal unter dem Schloßberg). Sie ging von da abwärts bis zur heutigen Weinried Gerstall. Von dort lief die Grenze über den Bleckenweg bis zu jenem Ort, der „Wirindindorf" genannt wurde. Der Ort lag einst zwischen Hohenwarth und Zemling. Er besteht nicht mehr. Dann ging es weiter am Südabhang des Manhartsberges bei Obernholz und Diendorf und dann entlang des Haibaches (Kohlbach) bis zum Gschinzbach. Straß gehörte also ursprünglich zur Pfarre Mühlbach. Das bedeutete für die Straßer einen beachtlichen Fußweg bis zur Kirche in Mühlbach. Deswegen wurde bereits im 14. Jhdt. die gotische Allerheiligenkirche gebaut. Die Mühlbacher haben sich mit dieser Regelung nie abgefunden. Sie beriefen sich stets auf die Pfarrgrenzen von 1072. Noch 1656 schrieb der Pfarrer von Mühlbach Meinrad Zacherl ziemlich energisch an den Besitzer von Grafenegg, die Dörfer Straß, Elsarn und Wiedendorf seien der Pfarre Mühlbach willkürlich entzogen worden. Die Bewohner von Straß und Elsarn sollten wieder den Gottesdienst in Mühlbach besuchen. Das war inzwischen völlig unrealistisch. 1597 siedelten die Straßer sich 2 Kilometer unterhalb an, das war zum ohnedies weiten Kirchgang noch einmal 2 Kilometer weiter nach Mühlbach. Das Passauer Konsistorium in Wien entschied zuletzt für die Straßer Pfarre.

 

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