Die Pfarre Falkental
Ein Jahr vor der Zerstörung der Burg begegnet uns zum erstenmal ein Pfarrer von Valkenberg-Bernger (1299), es ist aber wahrscheinlich, dass es sich aber auch hier wie schon beim Pfarrer Ulrich (1204) um einen Höflichkeitstitel für den Burgkaplan handelt. Wir glauben dies deswegen, weil in keiner anderen Überlieferung die Existenz einer Pfarre Falkenberg auch nur angedeutet ist, während uns doch etwa die kleine Lokalkaplanei der hl. Margareta im benachbarten Elsarn häufig begegnet. Erst in der Zeit der Kapeller ist das Bestehen der Pfarre zweifellos nachzuweisen: Am 22. Feber 1365 stiftet Leb auf dem Karner zu Hadersdorf mit Herrn Chunrat, zur Zeit Pfarrer zu Valchenberg ein Joch Weingarten, gelegen an dem Stenglein, das ist die heutige Weinried das kleine und große Stangl zwischen Ober-Elsarn und Straß, westlich des sogenannten Stanglweges. Im Lonsdorfer Pfarrverzeichnis erscheint gleichfalls Valkenperg unter dem Patronat der Herren von Kapell. Wem die Pfarrkirche im Falkental geweiht war, geht aus dem Vermächtnisbrief Ottos IV. von Meissau hervor, der (19. Mai 1437) dem Herzog Albrecht nebst der öden Veste Falkenberg auch die drei Kirchenlehen Gobatsburg, Hadersdorf und Allerheiligen im Falkental verschreibt.
Diese gotische Allerheiligenkirche im Falkentale aus dem 14. Jhdt. besteht heute noch, wenn auch ihrer einstigen Bestimmung längst abgewendet. Am Fuße des Schlossberges steht neben dem heutigen Sportplatz ein Bauernhaus, dessen Seitenwände von Strebepfeilern gestützt werden und dessen Rückseite unverkennbar den Halbbogen einer Apsis zeigt. Innen befindet sich ein schönes Kreuzrippengewölbe und unter der eingezogenen Zwischendecke im Keller das Sakramentshäuschen. Der Nachbarsgarten heißt heute noch „Gottesackerl" und war der protestantische Friedhof, der alte katholische lag unmittelbar um die Kirche. Das Grundstück ist heute noch mit einer Bruchstückmauer umgeben, die einstige Friedhofsmauer. Zu dieser Allerheiligenkirche, Namensnachfolgerin der Pfarre Falkental, gehörten 1501: Diendorf, (Bösen-)Dürnbach, Ungartal (abgekommen, heute Flur Ungarberg bei Wiedendorf), Obernholz, Rontal (zur Mühlbacher Pfarre), Dietrichstock (abgekommen), Ober-und Unter-Elsarn, Draupach (heute noch eine Häusergruppe in Unter-Elsarn) und Valkenberg. Das kleine Kirchlein im Falkental scheint der wachsenden Bevölkerung zu klein geworden zu sein, besonders, als im Zuge der Gegenreformation von Seiten der Herrschaft auf fleißigen Kirchenbesuch gedrungen wurde. Dazu kam die ungünstige Lage der Kirche an entlegener Stelle im Tal und über eine Stunde entfernt vom neu anwachsenden Ort. Endlich der elende Bauzustand! Das aufsteigende Grundwasser bildete Pfützen, so dass Pfarrer und Ministranten oft bis zu den Knöcheln im Wasser standen. Dies alles bewog den Besitzer der Herrschaft, Johann Baptist Graf von Werdenberg, 1637 eine neue Kirche bauen zu lassen.
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